Köthen/Anhalt (Kreisstadt) in Fakten und Zahlen 1998/99

ersturkundliche Erwähnung der Stadt Köthen/Anhalt 1115

der höchste Punkt über dem Meeresspiegel: Pilsenhöhe (Landkreis) 104,64 m, Köthen/Anhalt 84,21 m

geographische Lage: nördliche Breite 51,45 Grad, östliche Länge 11,55 Grad 

Gesamtfläche: Landkreis 480,4 qkm, Köthen/Anhalt 42,83 qkm

Einwohnerzahl: Landkreis ca. 70000, Köthen/Anhalt ca. 32990

 

Wetter 1998 in Köthen/Anhalt

Lufttemperatur: Maximum am 11.08.1998 mit 34,5 °C (abs. Max am 21.08.1932 mit 37,6 °C), Minimum am 11.12.1998 mit -13,2 °C (abs. Min am 06.02.1917 & 21.12.1969 mit -26,0 °C)

Zahl der Frosttage: 68 (Tage mit Minimum unter 0 °C)

Zahl der Eistage: 15 (Tage mit Maximum unter 0 °C)

Zahl der Sommertage: 36 (Tage mit Temperaturen über 25 °C)

Zahl der heißen Tage: 8 (Tage mit Temperaturen über 30 °C)

Niederschlagssumme: 598,1 mm (l/qm) (höchste Tagessumme mit 34,5 mm am 08.07.1998)

Niederschlag im Jahr: 187 Tage

Mittel der relativen Luftfeuchte: 71 %

Schneehöhe: Maximum am 07.12.1998 mit 9 cm

Sonnenscheindauer: 515 Stunden 

Zahl der Tage an denen über Windstärke 8 Beaufort (Bft) registriert wurde: 16

 

Wetter am 4. Mai 1902 in Cöthen

Maximumtemperatur: 13,9 Grad Celsius

Minimumtemperatur: 3,5 Grad Celsius

Tagesmittel: 8,4 Grad Celsius

Relative Luftfeuchte: 74,7 %

Bewölkung: 6/8 bedeckt

Der Himmel war meist stark bewölkt, im Laufe des Vormittags fiel leichter Regen in Schauern (bis 14.00 Uhr 0,5mm). Der Wind blies mit Stärke 4 - 5 aus Richtung Südwest bis West.

 

 Schneeschmelze löste 1929 Chaos aus

Nach dem Horror-Winter mit Extremfrost setzte nun Tauwetter ein - und die Schneeschmelze sorgte für Chaos pur. so berichtete die Köthensche Zeitung am 12. März 1926, dass die Köthener Feuerwehrspritze bereits 14 stunden im Einsatz ist, um das Köthener Siedlungsgebiet vor dem schlimmsten zu bewahren. "Das Wasser ergoss sich wie ein breiter Strom von Pilsenhöh her über die Gabelung der Wülknitzer und Edderitzer Kreisstraße und überflutete die Siebenbrünnen und den früheren daneben befindlichen Sportplatz" hieß es da.

Ähnliche Schreckensmeldungen kamen achon tags darauf auch aus Ziebigk, Zehbitz oder Wörbzig. In letzterem Ort wor sogar schon ein Stallgebäude eingestürzt, das von Bäcker Mann. In Edderitz konnten die Bewohner mitunter nur noch aus den Fenster ihrer Wohnhäuser verlassen, bis zu einem Meter hoch stand das Wasser bereits in den Wohnungen. Zuckerfabrik und Grube Leopold stellten sofort Spritzen bereit, um den Ort zu retten. Aus Fernsdorf wurde berichtet "Am Abend sah man manchen in Waschfässern und Brühtrögen durch die Straßen kahnen." Die letzte Überschwemmung 1886 habe bei weitem nicht dieses Ausmaß gehabt, erfuhren die Leser da.

Wesentlich ruhiger konnten dagegen offenbar die Akener bleiben. Die vernahmen zwar seit einigen Tagen ein regelmäßiges Grollen, das allerdings stellte sich als Brechen der Eisdecke auf der Elbe heraus. " Bemerkbare Folgen waren nicht festzustellen" berichtete man seinerzeit.

 
 
Wetterunbilden im Köthener Raum im 15. Jahrhundert

Mancherlei Nöte der Dörfer wurden durch ungünstige Klimaverhältnisse verursacht.

Ein kalter Winter, wie seit 40 Jahren nicht gewesen, war 1408. Er dauerte vom 11. November bis zum 25. Januar. Ihm folgte ein regnerischer, stürmischer Sommer, auch eine Mäuseplage, so daß eine vollständige Missernte eintrat.

Ein Erdbeben, das mit Sturm anhob, war am 24. August1409 nachts in unserer Gegend.

In folge eines kalten Sommers wurde 1419 das Korn erst Juli reif.

Dagegen Blüten 1425 im Dezember im Felde die Kornblumen, in den Gärten Erbsen, Bohnen und einige Mandel- und Pfirsichbäume.

Große Teuerung infolge zweimaligen und so großen Hochwassers, wie es seit 100 Jahren nicht gewesen war, herrschte 1433. Damals kaufte man 2 Scheffel Korn für ein Gulden.

Wassermangel und anhaltende Dürre war 1439. Damals konnte man an vielen Stellen durch die Elbe waten. Die Bäume hatten keine Frucht, auch kein Laub, denn Raupenfraß hatte auch das vernichtet.

Ein kalter Sommer mit viel Regen verzögerte die Ernte 1468. Viel Getreide blieb auf dem Halm und wuchs aus, so daß es untergepflügt werden mußte. auch die Bestellung im Herbst war des Regens halber nicht möglich. Dazu kam ein früher Winter mit starkem Schneefall. Die Bäume wurden davon erdrückt und machten die Wege unbegehbar.

Eine gute Ernte verhieß das Frühjahr 1480, aber der Regen, der den ganzen Sommer währte, vernichtete sie. Das Getreide konnte nicht eingebracht werden. Besonders im Köthener Land blieb alles Getreide auf dem Acker stehen.

Das Jahr 1483 war dagegen von einer anhaltenden Dürre heimgesucht, da vom 26. Januar bis zum 23. Juni kein Tropfen Regen fiel. Als am 24. Juni Regen einsetzte, war es für das Getreide leider zu spät, nur der Hafer und das Gras auf den Weiden gediehen noch. Der Preis des Roggens stieg auf 1 Gulden je Scheffel.

Starke Winterkälte herrschte in den Jahren 1484 und 1491. Die Elbe war 8 Wochen vollständig zugefroren.

Große Niederschläge im Juni und Juli 1493 verursachten Lagerung und auswachsen des Getreides.

Durch Dürre des Sommer 1498 war alles Getreide verloren. Der danach vom 24. Juni bis 28. Dezember währende Regen verdarb auch die übrige Ernte.

©  Olaf Peters Link: www.koethen-wetter.de

 

Chronik der Klimastation Köthen

Diese Chronik erhebt nicht den Anspruch, eine wissenschaftliche Abhandlung zu sein. Sie will versuchen, die wettertechnischen Geschehnisse und Standorte der letzten 100 Jahre wiederzugeben.

Die jetzige Klimastation Köthen hatte im letzten Jahrhundert schon viele Bezeichnungen. So war sie schon eine Wetterstation 1. Ordnung, eine Wetterstation 2. Ordnung, eine Niederschlagsmeßstelle, eine Hauptwetterwarte, und heute eine Klimastation und Wetterstation.

Die Klimastation Köthen präsentiert die Köthener Ebene mit ihrem einheitlichsten und niedrigsten, kaum 100 m hohen Gebiet, der Schwarzerdelandschaft. Nur hier und da bringen leichte Bodenanhebungen eine gewisse Belebung in die eintönige Abtragungslandschaft. Herkömmlich begrenzt durch Elbe und Fuhne sowie Saale und unter Mulde, verleihen diese Flüsse ihr einen scharf abhebenden Charakter.

In alten Schriften wird das Land zwischen Mulde und Saale „serimunt“ (Land des Volkes) bezeichnet.

Das genaue Datum der Einweihung der 1. Wetterstation konnte ich in meinen Recherchen leider nicht feststellen. Auf jeden Fall wurden mit Beginn der 1. August 1899 die ersten Niederschlagsbeobachtungen durchgeführt. Am 1. September 1899 wurde nachweislich die Station vom damaligen Studienrat Ellemann als Wetterstation betrieben.

Damals wurden zu den Zeiten 07.00 Uhr (Termin 1), 14.00 Uhr (Termin 2) und 21 Uhr (Termin 3) Messungen durchgeführt. Viele Messungen entsprachen bereits den noch heute üblichen Aufzeichnungen. So die Temperaturextreme T-Max T-Min, die Trocken- und Feuchttemperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Bewölkung. Natürlich auch Form und Zeit des Niederschlags. Windrichtung und Stärke wurden erst ab Oktober 1899 beobachtet. Zusätzlich wurde Termin 1 und Termin 2 der Zug den Cirri (Cirrus oder Eiswolken) beobachtet.

Diese erste Meßstelle wurde im herzoglichen Landesseminar in der Lohmannstrasse errichtet. Die Station befand sich im hinteren Park auf einer freien Wiese, welche heute allerdings von hohen Bäumen umgeben ist. Einzig eine alte Karte erinnert noch an sie. Der auf ihr eingezeichnete Springbrunnen ist bis jetzt noch zu sehen.

Bis zum 1. Januar 1919 bestand nun die Wetterstation 1. Ordnung. Studienrat Ellemann hat diese fast 2 Jahrzehnte bedient, da die Seminaristen ihn bei der Ablesung der Apparate nicht mehr genügend unterstützen wollten. Fehlende Haushaltsmittel waren ein weiterer Grund für die Auflösung der Wetterstation.

Fortan wurde sie als Niederschlagsmeßstelle weiterbetrieben. Zwischenzeitlich wurde Friedrich Ellemann zum Militär einberufen. Am 5. Oktober 1923 erklärte sich Ellemann wieder bereit, die Station neu aufzubauen und die notwendigen Messungen vorzunehmen. Zum 1. Januar nahm dann die meteorologische Station 1. Ordnung wieder ihren Dienst auf. 12 Jahre, bis zum 31. Mai 1936, erfolgten die Messungen, dann fand sich kein Nachfolger und das aufzeichnen aller Werte wurde eingestellt. Ab 1. Mai 1936 wurde in Köthen parallel wieder Niederschläge gemessen. Bis Februar 1945 geschah dies durch die Gartenbaumeister Spengel am Ratswall. Beobachter Wickert führte dann die Meßstelle ab Dezember 1946 bis zum 31. Dezember 1956.

Eine Klimastation 2. Ordnung wurde im Dezember 1954 am Südwestrand der Stadt auf freiem Gelände der Gärtnerei Hesse errichtet. Da jedoch keine verwertbaren Ergebnisse gemessen werden konnten, wurde die Station verlegt. Ab dem 21. Mai 1955 steht die Wetterhütte auf dem Gelände der damaligen Fachschule für Chemie. Betreut wird diese Station vom Hausmeister Erich Heisig, später vom Hausmeister Hanninger.

Seit dem 1. Oktober 1959 betreut der Lehrer Erich Anders die Station. Fast 19 Jahre lang werden wieder 3 Mal am Tag Messungen durchgeführt. Verschiedenste aufregende Dinge sollten in den kommenden Jahren passieren. So ging ein Mal ein Beobachtungstagebuch in den frühen 60-ern verloren. Am 11. März 1966 wurden Maximum- und Minimumthermometer gestohlen. Nach Inbetriebnahme der Ersatzthermometer wurden auch diese am 14. März entwendet. Die Diebe wurden nie gefasst. Am 25. April 1966 wurde dieser Fall zu den Akten gelegt.

Am 30. Juni 1977 wurde die Klimastation wegen Reduzierung des Beobachtungsprogramms aufgelöst.

Pünktlich zum 1. Juli wurde dann eine Niederschlagsmeßstelle der Pädagogischen Hochschule in Betrieb genommen. An der Hochschule gründete sich eine Arbeitsgruppe „Junge Meteorologen“. Diese errichtete selbst eine Wetterstation und führten regelmäßig Messungen durch. Über das Jahr 1978 wurde eine umfangreiche Dokumentation erstellt.

Durch Auflösung der Arbeitsgruppe waren auch die Tage der Wetterstation gezählt. Ein Mitglied übernahm aber noch bis ende 1982 die Betreuung der Niederschlagsmeßstelle.

Im April 1982 begannen dann die Messungen am Wasserwerk. Zwei mal wechselte bis Ende 1991 der Beobachter. Durch berufliche Veränderungen des Beobachters wurde ab April 1991 ein neuer Beobachter für die Niederschlagsmeßstelle Köthen gesucht. 1986 meldete ich zum ersten Mal Interesse für die Wetterbeobachtung an. Seit 1. April 1991 betreue ich eine Niederschlagsmeßstelle und seit dem 1. September 1993 eine Klimastation. Im März 2000 wurde dann eine Wetterstation installiert.

©  Olaf Peters Link: www.koethen-wetter.de

 
Historisches
 
Eine furchtbare Hochwasserkatastrophe fand am 1. und 2. August 1858 statt. Der Harzdorfer Bach war aus den Ufern getreten, sodaß die Häuser der Sorgegasse bis an die Giebel im Wasser steckten. In dieser Not leisteten die Galgenberger große Hilfe. Vom Bauhofe Miksch wurden Balken geholt und zu Fähren verbunden, womit die in Not befindlichen gerettet wurden. Die Spitalsbrücke, heute der Übergang über den Harzdorfer Bach beim Hause Birgsteingasse 1, war vom Hochwasser weggespült worden. Wenzel Wolf, ein Mann der das fürchten nicht gelernt hatte, legte die ersten Balken über die reißenden Fluten; auch wird ihm die Rettung des in Todesgefahr schwebenden Herrn Baron Liebig zugeschrieben.
Wenzel Wolf: ist mein Ur,-Ur,-Ur,-Großvater, er stammt aus Reichenberg (Sudetenland).  
 
Quelle: Festschrift des Galgenberger Heimatfestes, Reichenberg 4. und 12. August 1923
 
Wetter in Reichenberg
 
 
 
Elbehochwasser im Köthener Land
 
Datum Ort Wasserhöhe Beschreibung
1316 Aken - Nikolaikirche (Stiftskirche) zerstört, verheerend
1539 Aken - verheerend
1709 Aken - verheerend
1845 Aken - verheerend
1954 Aken 6,84 m -
1975 Aken 6,20 m -
1988 Aken 6,36 m -
2000 Aken 6,14 m -
02.02.2002 Aken 5,80 m -
19.08.2002 Aken 7,65 m -
1785 Kühren 0,35m -
1845 Kühren 1,11m -
1862 Kühren 0,63m -
1865 Kühren 0,56m -
1876 Kühren 0,93m -
1845 Mennewitz - Die um 1800 erbauten Häuser, die nur einstöckig und sehr niedrig waren, standen bis zum Dach im Wasser. Das Vieh musste gerettet werden.
05.02.1862 Mennewitz - Der Deich, erbaut in den Jahren 1856–1861 für 511.545 Mark, war im Lödderitzer Busch an zwei Stellen durchbrochen. Der Deich reichte von den Akener Sandbergen bis nach Trabitz.

 

Hochwasser in Sachsen/Anhalt

Datum Ort Fluss Wasserhöhe Beschreibung
1408 Bernburg Saale -  Ein schweres Hochwasser mit Eisgang verwüstet die Talstadt und zerstört die Saalebrücke.
1495 Bernburg Saale - Zerstörung der Saalebrücke 
16.04.1994 Halle Saale 6,83 m über Normalwert Hochwasser
Februar / März 1876  Pretzien Elbe - Durch den strengen Winter 1875/76 bestand eine große Schneerücklage die durch plötzlich eintretendes Tauwetter schnell der Elbe zufloss. Es bildete sich eine starke Eisdecke, auch waren die Schützentafeln durch Eisschollen verpackt. Städte und Dörfer an Elbe standen bis zu 8 Meter unter Wasser. Die Wassermassen führten entwurzelte Bäume, Haus- und Brückentrümmer sowie ertrunkenes Vieh mit sich. Deichbrüche bei Dornburg, Glinde und Schönebeck und Überschwemmungen in diesen Orten. Insgesamt wurden 6250 ha Land überflutet. Der Eisenbahndamm zwischen Magdeburg und Biederitz weichte auf, wodurch der Zugverkehr behindert wurde. Züge rutschten mit dem Deich ins Wasser. Opfer waren nicht zu beklagen. Der Wehruntergrund des Pretziener Wehrs wurde stellenweise unterspült und durch den ungeheuren Eisdruck  stürzten 3 Pfeiler ein.

 

 

 

      1960             Winter              1961

 

Es war einmal.........

.........aber wer weiß ?!?!?!?

 

http://www.Sturmjaeger.de.tt